Wer ist Samba Gana? Ein Schwerverbrecher? Ein unschuldig Vertriebener? Einer vom nigerianischen Drogenkartell? Sozialschmarotzer? Märchenerzähler? Liebender?
Michael Kronwetter, Starjournalist eines kleinformatigen Boulevardblattes, Thaddäus Polkavic, Dienststellenleiter der Fremdenpolizei und natürlich Anna, die Liebende, alle haben sie glaubhafte Beweggründe für ihre Einschätzung dieses Mannes, von dem man ja nicht einmal weiß, ob das sein richtiger Name ist.
Aus dem Inhalt:

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Folgende Meldung kam über die Presse-Agenturen:
Schwerverbrecher flüchtet aus Schubhaft!
Der Nigerianer M.O. wurde vor wenigen Wochen, kurz, nachdem er sich in der Ambulanz des Städtischen Krankenhaus behandeln lassen wollte, von der Fremdenpolizei verhaftet. M.O. soll laut Polizeibericht in seiner Heimat Nigeria in grauenhafte Verbrechen verwickelt gewesen sein. Es dürfte sich bei ihm um den Führer einer Rebellenorganisation handeln. Bei einem Massaker soll er mehrere Unbewaffnete bestialisch ermordet haben. M.O. bestritt die Anschuldigungen. Er sei Ghanese und habe sich niemals in Nigeria aufgehalten. In seinem Land sei er mit dem Tod bedroht. M.O. ersuchte um politisches Asyl. Bis zur endgültigen Klärung des Falls lieferte man ihn ins Gefangenenhaus Linz ein.
Gestern gelang es M.O., unter Anwendung brachialer Gewalt, aus der Schubhaft zu fliehen. Die dabei eingesetzten Waffen dürften ihm von Angehörigen der nigerianischen Drogenmafia zugespielt worden sein. Die Behörden nehmen an, dass er sich nach wie vor auf österreichischem Staatsgebiet aufhält. M.O. könnte bewaffnet sein, er gilt als äußerst gefährlich. Sachdienliche Meldungen an die Fremdenpolizei Wien oder an jede Polizeidienststelle.
M.O. ist ca. 1.80 groß. Auf seiner rechten Gesichtshälfte befindet sich eine fünf Zentimeter lange, auffällige Narbe, quer über die Wange. |
Interview mit dem Starjournalisten jener kleinformatigen Zeitung, der unter dem Pseudonym Dietmar Gnedt „Splitter im Auge“ geschrieben hat:
„Es dauerte einige Jahre, bis ich es niederschreiben konnte. Die Ereignisse haben damals mein Leben aus den Angeln gehoben.“
„Ich habe versprochen die Identität der beschriebenen Personen zu schützen. Sie müssen es mir also glauben, das alles ist tatsächlich geschehen.“
„Da es ein laufendes Verfahren gibt, kann ich mich über die Rolle des Amtsstellenleiters der Fremdenpolizei, Polakovic, nicht äußern.“
„Samba Gana und die nigerianische Drogenmafia! Haben Sie gewusst, dass es um ein Vielfaches mehr österreichische Dealer, als schwarzafrikanische gibt? Im Übrigen, lesen Sie das Buch!“
„Sie werden auch über Anna, die große Liebe Sambas nicht mehr aus mir herausbekommen, als im Buch steht.
Ja, manchmal sehen wir uns.“
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Interview mit dem Dienststellenleiter der Fremdenpolizei Thaddäus Polakovic:
„Ich sehe in den illegal in Österreich lebenden Schwarzafrikanern ein enormes Gefahrenpotenzial. Man muss die Kleinen und Fleißigen schützen vor der Verbrechenswelle, die uns aus dem Ausland zu überrollen droht.“
„Das Massaker in seinem Heimatland!
Gesucht von den deutschen Behörden, wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen!
Wir haben ihn erwischt und eingesperrt, den Nigerianer M.O.“
„Man hat Waffen ins Gefängnis geschmuggelt, nur deswegen konnte er flüchten! Wer das gewesen ist?
Lesen Sie nach in der kleinformatigen Zeitung! Man sollte nicht alles glauben, was in einem Buch steht!“
„Vielleicht schreibe ich auch ein Buch, wenn mir schon mein Dienstgeber nicht die Möglichkeit gibt, gegen dieses Machwerk „Splitter im Auge“ vorzugehen.“
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